Martin Fischer
Softwareentwicklung

Klonblog on Tour: Die S 1000 XR Modell 2020

Hi-Tech auf zwei Rädern

S1000XR Modell 2020
S1000XR Modell 2020 Martin Fischer
von Dipl.-Inform. Martin Fischer am 02.03.2020

5 Jahre ist es her, dass BMW Motorrad mit einer Mischung aus der GS und der Doppel-R in ein neues Marktsegment eroberte. Und nicht nur das, die S 1000 XR war 2015 das erste vom Klonblog getestet Motorrad und hat sich seit dem ce. 36.000 mal verkauft. Grund genug für eine Neuauflage des Adventure Bikes. Wie damals ging es nach Spanien, diesmal aber weiter in den Süden nach Almeria. Hier wurde die neue XR zusammen mit dem Schwester Modell F 900 XR (link zu anderen Artikel) vorgestellt. 900 und 1000, das klingt nicht nach einem Großen Unterschied, aber die beiden Modelle unterscheiden sich deutlicher als die Bezeichnung glauben macht. Die tausender stammt vom Supersport Motorrad S 1000 RR, das letztes Jahr mit statten 207PS an den Start ging. Die XR hat zwar den gleichen 4-Zylinder Motor, jedoch ohne CamShift und dreht nicht ganz weit, 12.000 U/min reichen aber für stolze 165PS, damit spielt die tausender in einer ganz anderen Liga.
Damit macht BMW Motorrad eine klare „Kampfansage an Kurven und Kilometer.“

Unsere Testfahrt begann wieder mit einer kurzen Autobahnfahrt, wobei die große XR Ihre Vorteile deutlich ausspielen konnte. Die Verkleidung ist noch mal breiter, die höhenverstellbare Scheibe größer und die zusätzliche Leistung bringt einen noch schneller an 200er Marke als einem lieb ist, in Spanien sind ja nur 120 erlaubt. So ist eine entspannte und schnelle Anreise ins Urlaubsgebiet gewährleistet. Die Leistungsentfaltung des komplett neuentwickelten Motors oberhalb von 8000 U/min ist brachial, erinnert mich eher an einen Supersportler aus den 2000er, als an ein Tourenmotorrad. Ich muss zugeben, mit gefällt das besser als ein entspannter Boxer oder Reihen 2-Zylinder der seine Kraft im unteren Drehzahlbereich ausspielt.

S1000XR Modell 2020
S1000XR Modell 2020 Martin Fischer

Aber immer geradeaus auf der Autobahn, das ist auch nicht das Revier der großen XR, denn nichts ist schöner als kurvige Bergstraßen mit einem Motorrad zu fahren. Dort musste die große XR erstmal beweisen, dass sie das besser kann als die kleine XR. Im direkten Vergleich fühlt sie sich deutlich größer als die 900er an, was hauptsächlich am dicken Tank liegt, von den 7kg Gewichtsunterschied war jeden Falls nichts zu merken. Ganz im Gegenteil, nach wenigen Kurven hatte ich meinen Fahrstiel an den 4-Zylinder angepasst und konnte 60PS Mehrleistung auskosten. Gibt man dem Motor seine Drehzahl, also oberhalb von 8000, faucht er wie ein Löwe durch seine Ansugrohre und lässt 165 Pferde kotrolliert auf die Straße. Dabei kann man die Kraft mit 4 festen plus einem freikonfigurierbaren Fahr-Programmen regulieren. Die in der WBSK (World Superbike) entwickelte Traktions-Kontrolle bekommt ihre Daten aus einer ganz neuen 6 Achsen Sensor-Box und reagiert noch schneller und unauffälliger als im Vorgänger. Im Menü des 6Zoll TFT Cockpits kann man die einzeln Werte wie Traktions-Kontrolle, Wheely-Control und Motor-Schlupfreglung detailliert einstellen. Alle Funktionen aus der kleine XR und der Doppel-RR sind natürlich auch im XR Tacho vorhanden.

Der direkte Vergleich mit dem Vorgänger Modell nach 5 Jahre fällt natürlich schwer, aber bis auf die Ölablassschraube ist alles neu. Die Sitzposition wurde etwas weiter nach vorn verlegt, der Heckrahmen ist aus Rundrohren, was eine bessere Stabilität als Guss hat. 10kg hat die neue tausender gegenüber Ihrem Vorgänger verloren. Der neue Motor trägt mit 5kg dazu bei, der neue Hauptrahmen zusammen mit Schwinge und Antrieb noch mal gute 10kg. Das lässt Raum für neue Features, serienmäßig gibt’s die aus der K 1250 R bekannt Hillstart-Control-Pro. Damit hält sich das Bike allein beim Halten am Berg und unterschützt beim Anfahren. Das obligatorische Voll-LED Licht der XR schaut um die Ecke, wechselt automatisch zwischen Tagfahrlicht und Abblendlicht. Das neue semiaktive Fahrwerk hat nicht nur einen doppelt so großen Regelbereich, auf Grund neuer Ventile arbeitet es auch deutlich feiner und schneller, es erkennt automatisch die Beladung und passt die Dämpfung dran an. Das neue ABS Pro arbeitet nicht nur im Regenmodus besonders feinfühlig, es erkennt auch wenn der Fahrer versucht eine Notbremsung zu machen und unterstützt diesen dann mit zusätzlicher Bremskraft, mal wieder ein Feature das BMW aus der Automobilwelt ins Motorrad bringt. J etzt fehlt eigentlich nur noch der Abstandstempomat und das Ding fährt alleine. BMW hat diesen bei den Tech Days 2019 in Miramas angekündigt, vielleicht kommt er in der XR?

BMW bietet wie beider RR auch für die XR ein M-Paket an, diesen besteht aus diversen Carbon Teilen und Schmiederädern und spart so noch mal 3kg Gewicht ein und sieht natürlich super aus! Weiterhin bietet BMW ein ganzes Arsenal an Zubehör und Optionen an, mit der die XR optmal an sein Bedürfnis anpassen. Die XR geht ab Q2 2020 an den Start und kostet ab 16.950€.
Mehr Elektronik in einem Motorrad gibt’s es aktuell nirgends und Fahrspaß sowie so.

Vielen Dank an BMW Motorrad für diesen schönen Ausflug nach Spanien!